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  • bettinastrunk

Ich? Ein unbeschriebenes Blatt?

Aktualisiert: 11. Juli


So spannend, wenn aus einem unbeschriebenen Blatt ein beschriebenes wird. Wie im wahren Leben.
Liniertes Notizbuch mit Kugelschreiber

„Du bist kein unbeschriebenes Blatt!“ Als mir der Gedanke kam, zu diesem Spruch ein eigenes Zeitzeich(n)en zu machen, hatte ich noch gar keine Vorstellung davon, wie das Modell aussehen könnte. Dann, wie so oft, kam mir die Idee urplötzlich. Ich wollte etwas zeichnen, das irgendwie das ganze Leben betrachtet. Ein hehres Ziel und wahnsinnig komplex, wie sich am Abend des 10. Zeitzeich(n)ens herausstellen sollte.


Vielen ist die Vier-Felder-Matrix bekannt. Verwendet im Coaching wird sie gerne für die Projektplanung angewendet. Und ein Projekt ist unser Leben ja auch irgendwie.


Der erste Quadrant oben rechts stand für die Geburt. Hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, dass wirklich kein einziger Mensch als „unbeschriebenes Blatt“ auf die Welt kommt? Da sind die Gene, über die wir froh oder aber auch weniger froh sein können, um es mal ganz diplomatisch auszudrücken. Verändern jedoch können wir sie nicht, auch wenn wir es manchmal noch so gerne wollten.

Was also haben wir in die Wiege gelegt bekommen?, haben wir uns gefragt. Was macht mich einzigartig? Was gefällt mir? Was nicht? Und hier galt es, beim Zeichnen hemmungslos ehrlich zu sein, denn so manches hätten wir gerne bereits beim Eintritt in diese Welt abgegeben: Annahme verweigert! Aber, wie gesagt, keine Chance!

Vieles jedoch tat aber auch gut zu betrachten, erzeugte vielleicht sogar bei der/dem ein oder anderen ein Gefühl der Dankbarkeit.


Im ersten Quadranten haben noch andere unser Blatt beschrieben, im zweiten aber sollten wir zeichnen, was auch wir geschrieben haben, das, was bis heute hinzugekommen ist.


Im vierten Feld, ja, das dritte wurde zunächst übersprungen, stellten wir uns unser Leben in einem halbwegs überschaubaren Zeitrahmen von fünf bis zehn Jahren vor. Wie werden wir dann wohl leben? Aussehen? Wie wird es uns gesundheitlich gehen? Was wollen wir bis dahin lernen? Und welche Menschen werden dann an unserer Seite sein? Jetzt wurde es richtig spannend. Mehr noch, als die Frage für das dritte Feld kam: Was muss ich heute dafür tun, damit mein Leben in fünf oder zehn Jahren so aussieht, wie ich es mir heute wünsche? Wünschen kann ich mir viel, aber die Verantwortung, wenn es um mein Projekt „Leben“ geht, die liegt in den allermeisten Fällen bei mir.


Es war ein schöner Moment, als wir anfingen zu träumen, zu schwelgen. Mit jeder farbe mehr. Die Ängste durften einmal Ruhe geben. Sie waren gerade nicht gefragt. Das größte Ziel, das vielleicht größte Wunder, das wir uns in die Zukunft gezeichnet haben, bekam eine Sonderstellung in Form und Farbe. Ja, alles war erlaubt.


Die Feldlinien dann brachten weitere Energie ins Spiel. Das, was auf unserem ganz persönlichen Blatt – und es war sehr persönlich – sichtbar sein durfte und bleiben sollte, wurde dann die Fixierung. Mein Lebensziel? Mein Lebensinhalt? Meine Lebensweisheit? Egal! Wichtig war doch nur, dass wir es selbst beschrieben.


Vor uns lag zum Schluss ein unglaublich komplexes Bild, voller Emotionen und Farben und natürlich Linien. Fertig wurden wir alle nicht. Auf meinem Bild war rechts noch viel weiße Farbe. Und anders als die Farbe Weiß gemeint ist, nämlich als Potenzial, empfand ich sie jetzt wie schwarze Flecken in meinem Leben. Paradox! Mit ihnen werde ich mich noch auseinandersetzen. Vielleicht wird jetzt auch klar, weshalb sich eine solche Komplexität nicht einfach in ein Video umwandeln lässt. Und in eins im Schnelldurchgang schon gar nicht. Sehr dankbar für das Erlebte trennten wir uns und schalteten den Rechner aus.

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