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Die lieben Ahnen

Aktualisiert: vor 7 Tagen



Ahnenmandala

Während meiner Ausbildung zur Neurographik-Trainerin ging es auch um die Auseinandersetzung mit meinen Vorfahren. Was habe ich mich gewunden, ehe ich endlich bereit war, das Ahnenmandala zu zeichnen! Ich fragte mich, ob ich mich dieser Aufgabe tatsächlich stellen wollte. Über die Menschen nachzudenken, denen ich viele meiner Wunden zu verdanken habe, erzeugte einen massiven Widerstand in mir. Meine Erfahrungen mit meinen nächsten Ahnen sind wirklich nicht die besten und belasten mich immer noch manchmal. Letztendlich war es der Wunsch, Frieden mit meinen Ahnen zu machen, weshalb ich mich entschied, das Modell zu zeichnen. Vielleicht wäre dieser weniger stark gewesen, hätte mich das Modell an sich nicht so angesprochen. Ich hatte einfach das Gefühl, dass ich mich meinen Ahnen auf diese Weise behutsam nähern konnte. Ich nahm mir vor, beim Zeichnen achtsam und fürsorglich mit mir umzugehen.

 

7 Ebenen – 7 Generationen. In der Mitte bin ich, rechts von mir der Kreis für meinen Vater, links der für meine Mutter. Schon wurden Widerstände wach. Ich wollte meine Eltern doch auf Abstand halten.


Ich zeichnete die weiteren Generationen ein. Wie viele das waren. Ich rechnete nach. 126 Menschen waren daran beteiligt, dass es mich gibt. Ohne dass ich es wollte, nahm ich ein Staunen, ja, sogar so etwas wie Freude und ein wenig Dankbarkeit wahr. Ich rechnete erneut nach und kam zu dem Ergebnis, dass ich mich etwa bis zum Beginn des 19.Jh. „zurückgebeamt" hatte. Ich spürte einen Hauch von Versöhnung. Bei 126 Ahnen mussten schon ein paar coole" Menschen dabei gewesen sein. Solche, die Stärke bewiesen hatten und Willenskraft, aber auch Spiritualität und Kreativität an mich weitergegeben hatten. Ich nahm tatsächlich eine innere Ruhe wahr, was ich zu Beginn nie erwartet hätte. Zwar traute ich dieser noch nicht so ganz, aber es fühlte sich warm an.


Von dem bloßen Betrachten meiner Ahnen, zu dem ich anfangs allenfalls bereit war, war nicht mehr viel da. Ich war ihnen tatsächlich nähergekommen, obwohl ich es nicht wirklich wollte. Ich konnte mich nicht dagegen wehren, zu groß war die Anziehungskraft dieses Modells. Ich weiß noch, dass ich traurig und dankbar zugleich war.


In zwei Tagen hatte ich wichtige Erfahrungen gemacht, so gemeinsam mit meinen Ahnen. Ich war, etwas versöhnlicher geworden.

Dennoch: Die Zeit mit ihnen war keine leichte. Andererseits fühlte ich mich von dem Gedanken, dass 126 Menschen im „Hintergrund" meines Lebens stehen, getröstet.

Auch so etwas kann die Neurographik bewirken. Es hat damals sehr gutgetan.

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