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Notizbuch

Schreiben

Auguste Rodin: Der Denker

Schreiben kann Gedanken verlangsamen und ihnen eine Form geben. Was eben noch ungeordnet im Kopf kreiste, steht plötzlich vor dir auf dem Papier – und lässt sich mit etwas Abstand betrachten.

Dabei geht es nicht darum, besonders gut zu schreiben oder einen schönen Text entstehen zu lassen. Manchmal genügt ein einziger Satz, den du für dich vervollständigst. Manchmal entsteht ein kleines Gedicht nach einer Vorlage. Vielleicht schreibst du zehn Minuten lang, ohne den Stift abzusetzen und ohne zu überlegen, ob das Geschriebene „richtig“ ist.

Solche Schreibimpulse können ganz unterschiedliche Fragen begleiten: Was beschäftigt mich gerade? Welche Rolle nehme ich ein – und passt sie noch zu mir? Was wünsche ich mir? Was möchte ich bewahren, was verändern? Und manchmal führt das Schreiben auch zurück in die eigene Biografie und hilft, Erfahrungen und Zusammenhänge aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

Besonders beim freien Schreiben darf zunächst alles aufs Papier, ohne sortiert oder bewertet zu werden. Dabei können Gedanken auftauchen, die im bloßen Nachdenken leicht überhört werden: Erinnerungen, Widersprüche, Wünsche oder überraschende Verbindungen. Manchmal zeigt sich auch, dass eine Überzeugung, die lange selbstverständlich schien, heute gar nicht mehr zu dir passt.  

 

Schreiben kann für sich stehen oder sich mit anderen Zugängen verbinden. Während eines Gesprächs, einer kreativen Übung oder auch beim Zeichnen können einzelne Worte, Sätze oder Gedanken festgehalten werden. Manches bekommt dadurch noch einmal eine andere Klarheit.

Das Geschriebene muss niemandem gezeigt oder vorgelesen werden. Es gehört zunächst dir. Vielleicht wird es Ausgangspunkt für ein Gespräch, vielleicht fasst es einen Prozess zusammen – oder du nimmst einfach einen Satz mit, der für dich etwas in Bewegung gebracht hat.

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Notizbuch und Stift

"Mitten im tiefsten Winter wurde mir endlich bewusst, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer wohnt."

Albert Camus

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