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Schmerzen neurographisch behandeln - Geht das?



Mein neurographiertes Knie

Vor einigen Wochen hatte ich sehr unangenehme Schmerzen in meinem linken Knie. Keine höllischen, aber solche, die mich sehr einschränkten und die sich in heftigen Stichen zeigten, die stets ohne Vorwarnung mein Knie durchfuhren.

Ich machte Quarkumschläge, rieb das Knie ein, schonte es und schonte es dann wieder nicht, weil ich einfach nicht wusste, was das Beste war. Auch die Physio brachte immer nur kurzzeitige Linderung.

Irgendwann war es mir zu bunt. Ich suchte im Internet ein Foto von einem Kniegelenk heraus, druckte es aus und begab mich in ein sehr intensives „Gespräch" mit meinem Knie. Zwei Stunden lang! Ich „haute" erstmal eine wohltuende Entladung in das Knie. Zum Glück nur auf dem Papier. Und dann rundete ich ohne Ende ab. Das war ein so gutes Gefühl. Ich spürte, wie es auch meinem Knie guttat, dass ich ihm endlich so viel Aufmerksamkeit schenkte. So bin ich meistens, das gebe ich zu: Ich schenke meinem Körper erst dann meine volle Aufmerksamkeit, wenn er mich „ärgert" – oder Schlimmeres bereithält. Nach den zwei Stunden stand ich vom Schreibtisch auf – und die Schmerzen waren weg. Kein Witz! In mir entstand ein Wechselbad der Gefühle: Freude, Zweifel, Dankbarkeit, Skepsis ... Aber die Schmerzen blieben aus.

Direkt danach ging ich zu der besten Physiotherapeutin der Welt, der gegenüber ich mich ohne Scham „outen" konnte. Ich erzählte ihr von meinem „Gespräch" mit dem Knie, und sie erklärte mir, dass ich da eben kein Hexenwerk erlebt, sondern dass ich durch das viele Nachdenken meine ganze Energie in das Knie geführt hatte. Das Knie wurde so gut wie schon lange nicht mehr durchblutet, Anspannungen fanden ihren Weg nach draußen.

Ich sage damit nicht, dass die Neurographik ein Wundermittel oder gar Heilmittel ist. Ich sage auch nicht, dass ich nur ein Bild malen muss und alles wieder gut ist. Aber gerade, wenn es um Verspannungen geht, die ja richtig wehtun können, ist sie durch die Möglichkeit der Entladung ein wirklich guter Weg, loszulassen und vielleicht das ein oder andere auf „reset" zu drücken und achtsam darüber nachzudenken: Will ich so weitergehen?

 

P.S. Ein paar Wochen später meldete sich das andere Knie. Klar, es hatte die ganze Zeit den Job von dem anderen übernommen und unter der Schonhaltung Schaden genommen. Wieder brauchte es eine ganze Weile, ehe ich ein zweites Mal ins „Gespräch" ging. Seitdem hängen zwei Bilder von meinen Knien über meinem Schreibtisch. Die Schmerzen sind weg! Und ich bin sehr viel aufmerksamer! So aufmerksam, dass ich regelmäßig Übungen für meine Knie mache, die dann eine richtig gute Ergänzung zu meinen neurographischen „Gesprächen" und der Physio sind.

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