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Grau ist nicht gleich trist: Warum wir die Schönheit der grauen Tage schätzen sollten

Aktualisiert: 17. Feb.




Beim Einkaufen gerate ich in ein Gespräch über das Wetter. Die beiden Damen beklagen sich über das triste Grau draußen: „Ich werd‘ noch ganz krank bei diesem tristen Wetter!“, sagt die eine. „Ja, schrecklich, ne? Alles grau in grau!“, die andere. „Da mag man gar nicht rausgehen“, klagt die erste, und ich denke mir: Warum nicht?


Ich komme ins Nachdenken. Ist Grau wirklich immer trist? „Trist!“ So sagt man das doch und meint damit so was wie trübe, traurig, trostlos (warum beginnen all diese Wörter eigentlich mit <tr>?). Trist eben, mit langem i.


Und Grau ist also auch trist? Wirklich? Ich habe da ganz andere Empfindungen. Grau ist ja nicht partout eine langweilige Farbe. Ich sehe Grau als eine edle und zarte Farbe, die vielfältige Nuancen bietet. Selbst an vermeintlich trostlosen Tagen entdecke ich Schönheit und Spannung in der grauen Landschaft. Ich sehe also nicht weniger, sondern anders und anderes.


Das Grau im Winter unterscheidet sich von dem im Frühling oder Sommer oder Herbst, ist aber dennoch faszinierend. Klagen über das Wetter bringen uns nicht weiter. Wir können es wirklich nicht ändern. Stattdessen dürfen wir die Herausforderung annehmen, die Schönheit auch in grauen Tagen zu erkennen und zu schätzen. Ein Spaziergang in der scheinbaren Tristesse kann zu unerwarteten Begegnungen führen.




Also lasst uns die grauen Tage nicht nur akzeptieren, sondern sie bewusst wahrnehmen und genießen. Denn auch inmitten des Graus gibt es so viel Schönheit zu entdecken - man muss nur genau hinschauen. Und vor allem hinspüren: wie sich die Luft unaufhörlich bewegt, wie Nebelschwaden vor deinen Augen wabern und winzige Regentropfen sich auf deinem Gesicht niederlassen. In einer Nebellandschaft betrittst du eine ganz andere Welt, in der du die Stille hören kannst.


Vielleicht gelingt es uns, die Vielfalt dieser Farbe zu schätzen und die Schönheit auch an grauen Tagen zu erkennen. Denn wann ist Grau eigentlich wirklich grau? Die Antwort liegt oft in unserem eigenen Blickwinkel und unserer Bereitschaft, die Welt um uns herum bewusst wahrzunehmen.

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