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Ich muss immer noch zeichnen!

Aktualisiert: vor 7 Tagen



Friedenszeichnen

Fast zwei Jahre ist es her, dass ich dieses Bild in einem Webinar mit dem Mastertrainer Jörg Lehmann gezeichnet habe. Gleichzeitig ist es auch fast zwei Jahre her, dass Russland in die Ukraine einmarschierte. Zwei Jahre Krieg in Europa!


Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie schwer die Atmosphäre zu Beginn des Zeichnens wog, bei mir, bei den anderen, die an diesem Abend aus vielen Ländern zugeschaltet waren, besonders aber bei Jörg, der viele Jahre in Moskau gelebt und gearbeitet hat, und dessen Frau aus Weißrussland kommt. Plötzlich war alles so nah.


Ich begann mein Bild nach Jörgs Anleitung mit einem Kreis für die Welt und den Weltfrieden, die in Form von spitzen Pfeilen bedroht werden. Auf der Kreislinie entstanden sehr viele winzige Kreise für die Weltbevölkerung. Keine 8 Milliarden allerdings. Klar!


Von außen nach innen wurden die Kreise größer und weniger: Deutschland, mein Wohnort und Nachbarschaft, meine Familie und am Ende ich. Durch unzählige neurographische Linien verband ich mich mit der Welt, zunächst, ohne über die Kreislinie hinauszugehen. Mit jeder Linie kam ich gedanklich in Kontakt mit all den Menschen, die mich umgeben. Natürlich wusste ich, dass der Friede immer bei mir beginnt, aber es nochmal zu zeichnen, war schon etwas Besonderes und sehr eindrücklich.


Als der Kreis sehr dicht war, zog ich die Linien derart nach außen, dass sie über die Pfeilspitzen verliefen, bis sie nicht mehr als solche erkennbar waren. Es war, als brächte ich (!) den Frieden nach außen. Am Ende dann gestaltete ich aus dem Kreis ein Auge, in das ich so viel an Bedeutung legen konnte: Ich sehe dich und ich sehe, dass der Friede auch von mir abhängt. Ich habe den Blick für das globale Geschehen und sehe nicht nur mich, meinen Vorteil.


In der Mitte des Auges stehe ich Kopf. Ich gab dem Bild den Titel: Ich im Auge des Friedens.

Die Iris bekam die ukrainischen Farben, der Augapfel die Farben des Regensbogens als Zeichen der Hoffnung. Und weil ein neurographisches Bild immer erst dann fertig ist, wenn es mich beeindruckt, zeichnete ich um das Auge herum noch viele kleine Kreise für glückliche Impulse, gute Ideen, liebevolle Gedanken, eben für all das, was wahren Frieden schaffen kann.

 

Am Ende des Prozesses war die Atmosphäre eindeutig eine andere, leichter oder besser: hoffnungsvoller.

Das Bild ist mir immer noch sehr wichtig. Das gemeinsame Zeichnen hat mir damals Kraft gegeben. Es war ein guter Moment.

 

Und heute? Es macht mich traurig, dass ich heute weitere Farben nehmen müsste, würde das Friedenszeichnen noch einmal stattfinden. Aber da sind ja noch all die kleinen Kreise rund um das Auge. Diese stehen nämlich nicht nur für das, was "die anderen" machen, sondern auch für das, was ich tue - oder lasse. Sie stehen auch für meine Haltung meinen Mitmenschen gegenüber. So wie ich auf sie schaue, so nehme ich die Welt um mich herum wahr. Ich habe also doch einen ganz schön großen Einfluss.

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